Der Kuckucks-Enkel
Die Polizei Hamburg warnt vor falschen Verwandten am Telefon
Lassen Sie sich keinen falschen Enkel aufschwatzen! Im letzten Jahr hat die Betrugsmasche des sogenannten „Enkeltricks“ in Hamburg erneut zugenommen. Osteuropäische Tätergruppen versuchen, sich die Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit des älteren Teils der Bevölkerung zunutze zu machen. Sie durchforsten das Telefonbuch nach Vornamen, die eher ältere Menschen tragen (z. B. Elfriede, Hannelore, Alfred) und rufen diese potentiellen Opfer gezielt an. Die Täter können sowohl männlich als auch weiblich sein. Die Anrufe beginnen meist mit der Aufforderung, zu raten, wer dran ist. „Weißt Du, wer hier ist?“ Sobald die Angerufenen einen Namen nennen, wird sich der Anrufer als diese Person ausgeben. Es kann also nicht nur der „Enkel“ sein, für den sich der Anrufer ausgibt, sondern auch ein anderer Verwandter oder ein guter Freund.
Durch geschickte Gesprächsführung machen die Täter glaubhaft, der besagte Verwandte oder Freund zu sein. Stimmliche Veränderungen werden auf eine Erkältung oder die Telefonverbindung geschoben. Im Gesprächsverlauf gibt der angebliche „Verwandte“ vor, sich in einer akuten Notlage zu befinden. Für die Reparatur oder den Kauf eines Autos, den Kauf einer Immobilie, wird dringend Geld benötigt. Die Täter bringen ihre Geschichte so glaubhaft herüber und setzen die Angerufenen dermaßen unter Druck, dass einige ältere Menschen noch am selben Tag ihre Ersparnisse von der Bank abheben. Auf diese Weise erbeuten die Täter pro Fall durchschnittlich zwischen 4.000 und 10.000 Euro. In einem bedauerlichen Fall im letzten Jahr wurden sogar 40.000 Euro übergeben. Das Geld nimmt übrigens nie der angebliche „Verwandte“ entgegen; es wird immer in einem weiteren Telefonat ein vertrauenswürdiger Abholer angekündigt, weil der Anrufer selbst verhindert sei.
Fallen Sie auf diese Masche nicht hinein! Unterschätzen Sie nicht die Beeinflussung und Manipulation durch die Täter. Befolgen Sie deshalb unbedingt die nachstehenden Tipps: Raten Sie am Anfang eines Telefonates nicht, wer dran ist. Nennen Sie keine Namen! Fordern Sie stattdessen immer alle Anrufer auf, ihren Namen zu nennen. Sie bieten damit Betrügern keine Chance, sich als jemand auszugeben, dessen Namen Sie zufällig genannt haben. Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie eine hohe Summe in bar übergeben sollen! Machen Sie deutlich, dass Sie Geld nicht einfach auf Grund eines Telefonanrufes aushändigen. Wir empfehlen, niemals Bargeld zu übergeben. Bieten Sie stattdessen eine Überweisung an. Versuchen Sie, den betreffenden „Verwandten“über eine Ihnen zuvor bekannte Telefonnummer zu erreichen. Benutzen Sie nicht die Telefonnummer, die der Anrufer Ihnen gegeben hat.
Wenn Sie Zweifel an der Echtheit des Gesprächspartners haben, ziehen Sie andere Familienangehörige ins Vertrauen und verständigen Sie die Polizei unter 040/4286 60325. Die Beamten des Fachkommissariats für Trickdiebstahl helfen Ihnen gern weiter. Weitere Informationen und Verhaltenstipps finden Sie unter www.polizei.hamburg.de sowie beim Fachkommissariat für Prävention und Opferschutz, dem LKA 12.
